Klassen RC1–RC6: die Sprache, die Versicherer und Polizei sprechen
Die europäische Norm EN 1627 teilt Konstruktionen — Fenster, Türen, Tore, Rollläden, Fassaden — in sechs Widerstandsklassen gegen Einbruch ein, von RC1 bis RC6. Die Klasse vergibt nicht der Hersteller nach eigenem Ermessen, sondern ein akkreditiertes Prüflabor nach einer Reihe von Tests: statische Last (EN 1628), dynamische Stoßbelastung (EN 1629) und ein manueller Einbruchversuch mit einem definierten Werkzeugsatz innerhalb einer festgelegten Zeit (EN 1630). Je höher die Klasse, desto härter der Werkzeugsatz und desto länger darf der Prüfer versuchen, ins Innere zu gelangen.
- RC1 — Grundschutz gegen körperliche Gewalt ohne Werkzeug: Stoß mit der Schulter, Tritt, Versuch, das Element herauszureißen.
- RC2 — Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug: Schraubendreher, Zange, Keil. Die Angriffszeit im Test beträgt 3 Minuten. Die gefragteste Klasse für Wohnungen und Häuser.
- RC3 — vorbereiteter Täter mit Brechstange, zweitem Schraubendreher und zusätzlichem Keil; 5 Minuten. Die Klasse, die Versicherer für Häuser mit wertvollem Inventar am häufigsten verlangen.
- RC4–RC6 — erfahrener Täter mit Säge, Schlag- und Elektrowerkzeug; Klassen für Banken, Tresorräume und Sonderobjekte.
Aluprof fertigt und zertifiziert Konstruktionen im Bereich RC1–RC4: Fenster RC1–RC4, Türen RC2 und RC3, Rollläden RC2 und RC3. Geprüft wurde in polnischen Instituten (ITB, IMP) und im Ausland — bei den deutschen Instituten PIV und IFT Rosenheim sowie beim niederländischen SKG-IKOB.
Das Prüfprotokoll ist an eine ganz bestimmte Ausführung gebunden: Profil, Verglasung, Beschläge, Befestigungsmittel, Montageart. Tauschen Sie ein einziges Bauteil gegen ein „gleichwertiges" aus, existiert die Klasse formal nicht mehr. Deshalb montieren wir einbruchhemmende Aluprof-Systeme ausschließlich in der geprüften Ausführung und streng nach Montageanleitung des Herstellers.
Schutz ist eine Kette, und sie reißt am schwächsten Glied
Ein Einbrecher kämpft nicht gegen das ganze Fenster, er sucht die schwächste Stelle: den Flügel mit dem Brecheisen aufhebeln, die Verglasung herausdrücken, einen Verriegelungszapfen ausschlagen, den Rollladen von unten anheben. Das einbruchhemmende System von Aluprof beantwortet jedes dieser Szenarien mit einer eigenen Lösung, und die Klasse gilt für den gesamten Verbund.
- Verglasung. Mehrschichtige einbruchhemmende Isoliergläser mit gehärtetem Glas und Schutzfolie; der Mindeststandard für einbruchhemmende Konstruktionen ist P6B nach EN 356 (das Glas hält eine Serie von Hammer- und Axtschlägen aus). Verfügbar sind laminierte, gehärtete und reflektierende Varianten.
- Beschläge. Schlösser mit Mehrfachverriegelung über den gesamten Umfang, einbruchhemmende Zapfen und Pilzkopfbolzen, verstärkte Schließbleche, abschließbare Griffe, verstärkte Bänder. Es sind genau die Beschläge, die dafür sorgen, dass sich der Flügel nicht aufhebeln und nicht verschieben lässt.
- Profil und Befestigung. Aluminiumprofile mit thermischer Trennung, in den Verriegelungszonen verstärkt; Dübel und Befestigungspunkte zur Wand sind so ausgelegt, dass sich der Rahmen nicht mitsamt Fenster herausreißen lässt.
- Rollladen außen. Die äußere Barriere, die der Einbrecher zuerst überwinden muss: Panzer aus extrudiertem Aluminium, verstärkte Führungsschienen und eine Sperre gegen das Anheben.
Fenster, Türen und Fassaden: welche Aluprof-Systeme eine Klasse erreichen
Eine einbruchhemmende Ausführung ist für die wichtigsten Fenster- und Türserien von Aluprof vorgesehen: MB-60, MB-70, MB-86, MB-104 Passive, für die schmalprofilige MB-SLIMLINE, für die Varianten mit verdecktem Flügel (MB-60US, MB-70US, MB-86US), für Hebe-Schiebetüren MB-77HS und für die Fassadenserie MB-SR50N. Das heißt: Sie bekommen den Schutz, ohne die Architektur zu ändern — dieselben Profile, dieselbe Wärme- und Schalldämmung, bis hin zum Passivhausstandard bei MB-104 Passive SI, und dieselbe Farbe aus der Palette.
| Konstruktion | Klassen | Maximalmaße | Flügelgewicht |
|---|---|---|---|
| Dreh-Kipp-Fenster | RC1–RC3 | 1250 × 2400 oder 1600 × 1900 mm | bis 90 kg |
| Drehfenster | RC1–RC3 | 1100 × 2400 oder 1600 × 1800 mm | bis 130 kg |
| Kippfenster | RC1–RC3 | 1600 × 2400 oder 2200 × 1300 mm | bis 130 kg |
| Festverglasung | RC4 | 1100 × 1750 mm | — |
| Tür | RC2 | 1600 × 3000 mm | — |
| Tür | RC3 | 1540 × 2700 / 3000 mm | — |
| Hebe-Schiebetür MB-77HS | RC2 | 2700 × 2800 mm | bis 400 kg |
| Rollladen | RC3 | 2800 × 4480 mm (bis 9,6 m²) | — |
Die Fensterfläche in der Klasse RC3 ist begrenzt auf 3,36 m² — oberhalb dieser Grenze bestätigen Verglasung und Beschläge die Klasse nicht mehr, und die Öffnung wird auf mehrere Flügel aufgeteilt. Für große Terrassenverglasungen ist die Hebe-Schiebetür MB-77HS in Klasse RC2 die Lösung — oder der Schutz von außen durch einen Rollladen in RC3.
Rollläden Safety Plus (RC2) und Safety Premium (RC3): die erste Barriere
Der Rollladen ist das einzige Schutzelement, das außen sitzt und schon wirkt, bevor der Einbrecher das Fenster überhaupt berührt. Ein gewöhnlicher Außenrollladen hat eine bauartbedingte Schwäche: Der geschlossene Panzer lässt sich von unten mit dem Brecheisen anheben. Genau das beseitigen die einbruchhemmenden Serien von Aluprof.


Safety Plus — RC2 für Wohnung und Haus
Das Herz des Systems ist der patentierte Sperrmechanismus in der Unterschiene LDG 41/W: Die Schlosskästen werden von der Raumseite montiert, und beim Versuch, den Panzer von außen anzuheben, stützt sich die Sperrklinke gegen die Führungsschiene ab. Die geprüfte Ausführung: extrudierter Panzer PE 41, verstärkte Führungsschienen PPW 66, Unterschiene mit Verstärkung W_LDG 41/W und Andruckblöcke WB. Das Zertifikat gilt für die Aufsatz- wie für die verdeckte Montage — RC2 ist also im Neubau mit Kasten in der Dämmung genauso erreichbar wie am bestehenden Haus.
Safety Premium — RC3, wenn der Gegner vorbereitet ist
RC3 ist auf einen Einbrecher mit Brechstange und Zeit ausgelegt. Safety Premium war der erste Rollladen dieser Klasse in Polen; geprüft hat ihn das deutsche Institut IFT Rosenheim nach der aktuellen Fassung der EN 1627:2021. Drei Barrieren: Führungsschienen mit spezieller Verstärkung — das Profil lässt sich weder aufbiegen noch aus der Nut ziehen; ein Panzer aus extrudiertem Aluminium PE 55, der Schlag und Durchbruch standhält; und ein Sperrmechanismus unten gegen das Anheben. Das Maximalmaß eines Panzers beträgt 2800 × 4480 mm.
Im Alltag bleiben beide Serien gewöhnliche Aluprof-Rollläden: Verdunkelung, weniger Straßenlärm, im Winter wärmer, Motor mit Funkfernbedienung oder ein Smart-Home-Szenario, das mit einem Tastendruck das ganze Haus schließt, Farbe passend zur Fassade aus der Palette.
Maße und Montage: wo das Zertifikat endet
Jede Klasse hat Maximalmaße (Tabelle oben) — sie ergeben sich daraus, was im Labor tatsächlich geprüft wurde. RC3 für ein Fenster von 2 × 2,5 m ist nicht deshalb nicht bestellbar, weil niemand will, sondern weil ein solches Muster den Test nie durchlaufen hat. Die zweite Grenze ist die Montage: Dübel, Befestigungsabstände, Fugenverfüllung und die Einbauart des Rollladens (Aufsatz oder verdeckt) sind vom Hersteller vorgegeben. Unsere Monteure arbeiten nach diesen Anleitungen, und im Abnahmeprotokoll halten wir die Ausführung fest, damit Sie das Dokument bei Ihrer Versicherung vorlegen können.
Welche Klasse wählen
- Wohnung ab dem 3. Obergeschoss — RC2 für die Balkontür und für Fenster, die auf öffentlich zugängliche Dächer und Loggien gehen; die übrigen Fenster können in Standardausführung bleiben.
- Wohnung im 1. und 2. Geschoss — RC2 für alle Fenster und Türen, wenn möglich zusätzlich Rollläden Safety Plus außen: Sie lösen gleich auch die Frage des Sichtschutzes.
- Einfamilienhaus — Türen in RC3, Fenster im Erdgeschoss in RC2 oder RC3, außen Rollläden Safety Premium RC3 an der Terrasse und an Fenstern, die von der Straße nicht einzusehen sind. Genau diese Kombination verlangen Versicherer üblicherweise bei der Versicherung hochwertigen Inventars.
- Ladengeschäft, Büro, Lager — RC3 für die Eingangsanlage und die Schaufenster im Erdgeschoss, Rollläden RC3 oder SDZ-Tore an den Einfahrten; für Banken und Tresorräume RC4 und ein individuelles Projekt.
Und noch etwas: Eine Klasse schützt vor Einbruch, nicht vor Unachtsamkeit. Ein zum Lüften geöffnetes Fenster ist in jeder Klasse ein offenes Fenster. Deshalb bieten wir zu einbruchhemmenden Konstruktionen auch Automatisierung an: Sensoren und ein Szenario, das die Rollläden abends oder bei Abwesenheit von selbst schließt.
Häufige Fragen
Garantiert eine RC-Klasse, dass nicht eingebrochen wird?
Nein. Die Klasse bedeutet, dass die Konstruktion einem Einbruchversuch mit einem festgelegten Werkzeugsatz über die normativ vorgegebene Zeit standgehalten hat. Aufgabe des Schutzes ist es, den Einbruch langwierig und laut zu machen, damit der Täter zu einem leichteren Ziel weiterzieht.
Lässt sich ein einbruchhemmender Rollladen an einem gewöhnlichen Fenster montieren?
Ja. Safety Plus und Safety Premium werden an bestehenden Fenstern aus PVC, Holz und Aluminium montiert — als Aufsatzlösung oder bei einer Fassadensanierung verdeckt. Die Klasse des Rollladens ist von der Klasse des Fensters unabhängig.
Wie unterscheidet sich ein einbruchhemmender Rollladen im Preis von einem gewöhnlichen?
Der Aufpreis entfällt auf den verstärkten Panzer, die Führungsschienen und die Sperre; Kasten, Motor und Farben bleiben gleich. Die genaue Differenz rechnen wir im Kalkulator für Schutzrollläden nach der Preisliste von Aluprof.
Erkennen Versicherungen in Lettland die RC-Klassen an?
Versicherer stützen sich auf die europäische Norm EN 1627, deshalb werden das Prüfprotokoll und das Montageprotokoll mit Angabe der Ausführung in der Regel akzeptiert. Die Bedingungen Ihrer konkreten Police klären Sie bitte mit Ihrem Versicherer.

